Selbstwirksamkeit

Ein Erfahrungsbericht von Anja Sangerhausen:

Kürzlich besuchte ich einen Vortrag zum Thema Selbstwirksamkeit. Bekannt war mir schon, dass in unserem Unterbewussten all unsere Vorstellungen, Erinnerungen, Eindrücke, Motive, Einstellungen und Gefühle gespeichert sind.
Hierzu zählt auch die Selbstwirksamkeitserwartung – also das Vertrauen in die innere Stärke und in die eigenen Fähigkeiten und dass eben dadurch gewünschte Handlungen erfolgreich ausgeführt bzw. Ziele erreicht werden können. Wer sich als selbstwirksam empfindet, glaubt daran, mit eigener Anstrengung selbstständig handeln und etwas bewirken zu können und das auch in schwierigen Situationen.

Der Grad der Selbstwirksamkeitserwartung hängt vor allem davon ab, welche Erfahrungen gemacht worden sind. Hierbei sind insbesondere jene Erlebnisse, die in der Kindheit erfolgten, von immenser Bedeutung. Je nachdem, wie Erfolge und Misserfolge erlebt worden sind, ist das Vertrauen in sich selbst und in die eigene Handlungsfähigkeit ausgeprägter oder weniger entwickelt. Diese Überzeugungen mit den daran geknüpften Gefühlen sind so tief eingesickert, dass sie vom Unterbewusstsein aus unser Fühlen, Denken und Verhalten steuern.
Aufgrund dessen ist es umso wichtiger, frühzeitig positive Impulse hinsichtlich der Selbstwirksamkeitsentwicklung zu setzen. Es ist unsere Aufgabe, jungen Menschen Räume und Möglichkeiten zu eröffnen, wo sie selbst wirksam sein können, um eben die Selbstwirksamkeitserwartung zu fördern.
Der Klassenrat ist als basisdemokratisches Gremium bestens dafür geeignet. Im Klassenrat übernehmen die SchülerInnen sehr viel Verantwortung und erfahren ein hohes Maß an Partizipation. Sie erleben sich dadurch als ernstgenommene Mitglieder der Klassengemeinschaft. Die Erfahrung, durch eigenes Handeln etwas bewegen und erreichen können, begünstigt die Selbstwirksamkeitsentwicklung, was wiederum u.a. zu einem wachsenden Selbstbewusstsein führt.
Je öfter und je selbstverständlicher junge Menschen Selbstwirksamkeit z.B. in Form von Beteiligung erfahren, desto leichter sickern diese positiven Erfahrungen in das Unterbewusstsein und haben Einfluss auf zukünftiges Handeln. Damit einhergehend steigt die Chance, dass sich die Kinder auch als Erwachsene aktiv in unsere Demokratie einbringen.

Zum Schluss noch eine weitere gute Nachricht: Die Selbstwirksamkeitserwartung (wie auch andere Fähigkeiten) lassen sich ein Leben lang verändern oder vergrößern 🙂