Drei Säulen der schulischen Antimobbingarbeit

Das Thema „Mobbing an der Schule“ ist aktueller denn je. Durch den Tod einer 11-Jährigen Schülerin Ende Januar ist das Phänomen „Mobbing“ im Allgemeinen und „Mobbing an der Schule“ im Speziellen wieder in den medialen Mittelpunkt gerückt worden. Schnell wurden Schuldige gesucht und gefunden und unterschiedlichste Lösungsansätze propagiert.
Bedauerlicherweise gehört Mobbing zum Schulalltag.

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Eins von 25 Schulkindern wird ein- oder mehrmals in der Woche attackiert, schikaniert,
fertiggemacht. Das entspricht bei rund zehn Millionen Schülerinnen und Schülern in der
Bundesrepublik knapp 500.000 Mobbingbetroffenen.
Was muss getan werden, um Mobbing vorzubeugen, frühzeitig zu erkennen und zu stoppen, damit Schülerinnen und Schüler in Schulen lernen und Lehrkräfte unterrichten können, in denen Mobbing nicht zum Alltag gehört bzw. bei Erscheinen umgehend und nachhaltig beendet wird?
Wirksame Antimobbingarbeit fußt auf drei Säulen: Prävention, Intervention und Rehabilitation.
Wirksame Antimobbingarbeit ist Bestandteil eines schulischen Gesamtkonzeptes zur Gewaltprävention und zum Krisen- und Konfliktmanagement. Wirksame Antimobbingarbeit befähigt die Schülerschaft, Elternschaft und das pädagogische Personal einer Schule.
Schulebene:
Das gesamte schulische Personal lernt Mobbing zu erkennen. Die Schule baut ein eigenes
Interventionsteam gegen Mobbing auf. Im Fall des Auftretens von Mobbing wird das Mobbing-

SCHULISCHE
ANTIMOBBINGARBEIT

Interventionsteam aktiviert und nimmt sofort seine Arbeit auf. Das Team setzt erfolgreich erprobte Methoden zur Intervention (z.B. No-Blame-Approach, Farsta) ein und beendet das Mobbing. Betroffene SchülerInnen (Mobber und Gemobbte) erhalten die Möglichkeit zur Rehabilitation (z.B. Mediation, Täter-Opfer-Ausgleich). Ein weiteres wichtiges Instrument auf der Schulebene ist die Verfassung einer verbindlichen Vereinbarung gegen Gewalt bzw. eine Anti-Mobbing-Vereinbarung, die von allen SchülerInnen und dem gesamten pädagogischen Personal in regelmäßig wiederkehrenden Intervallen (mind. einmal jährlich) besprochen und deren Akzeptanz durch Unterschrift besiegelt wird.

Klassenebene:
Die Schülerschaft lernt im Rahmen der Präventionsarbeit, auf Klassenebene Mobbing zu erkennen, sich von den Mobbern zu distanzieren, sich auf der Seite der betroffenen Person zu positionieren und Lehrkräfte bzw. weiteres pädagogisches Personal zwecks Unterstützung zu informieren.

Individuelle Ebene:
Betroffene SchülerInnen werden dabei unterstützt, die Täter- bzw. Opferrolle nachhaltig zu
verlassen.
Ebene der Eltern:
Im Rahmen von Elterninformationsveranstaltungen wird auf Besonderheiten, Funktionen, Auslöser und die Verbreitung von (Cyber-)Mobbing eingegangen und das Thema (Cyber-)Mobbing in den Sozialen Medien behandelt. Darüber hinaus wird erläutert, ob und wie (Cyber-)Mobbing strafbar ist und wie man (Cyber-)Mobbing im schulischen und familiären Kontext entgegenwirken bzw. anhand bestimmter Warnzeichen so früh wie möglich erkennen kann.

Mobbing kann nur erfolgreich bekämpft werden, wenn alle drei Säulen der schulischen
Antimobbingarbeit gleichermaßen berücksichtigt werden. Wer nur auf Prävention setzt, wird keine nachhaltigen Ergebnisse erzielen. Maßnahmen zur Intervention und Rehabilitation sind ebenfalls zwingend notwendig.

SELAM-Berlin bietet einen ganzheitlichen Ansatz für Schulen, die Mobbing entgegenwirken wollen.
Dabei werden sowohl präventive als auch interventive Maßnahmen und Maßnahmen zur
Rehabilitation von SELAM angeboten. SELAM-Berlin bietet mehrere Bausteine zum Aufbau eines
kompetenten Umgangs mit dem Phänomen an Schulen an.

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